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06.04.2018

Ausblick: Gilbert Kirwa und Fate Tola rücken in den Fokus

Während sich der Kenianer nach einer längeren Phase mit Verletzungen auf der schnellen Strecke mit einer Streckenrekordjagd zurückmelden will, möchte die aus Äthiopien stammende Deutsche ihren Titel verteidigen. Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet, verzeichnen die Veranstalter eine Rekord-Meldezahl. Rund 25.000 Athleten haben für das Rennen gemeldet, das als einer von ganz wenigen deutschen Straßenläufen einen Label des internationalen Leichtathletik-Verbandes trägt und in die Silber-Kategorie eingestuft wurde.

Im Männerrennen sind vier Athleten am Start, die bereits Zeiten von unter 2:08 Stunden gelaufen sind. Gilbert Kirwa ist mit seiner Bestzeit von 2:06:14 der schnellste Läufer auf der Startliste, gefolgt von Henryk Szost (Polen/2:07:39), Cheshari Jacob (Kenia/2:07:46) und Duncan Koech (Kenia/2:07:53). Dieses Quartett strebt am Sonntag eine Halbmarathon-Durchgangszeit von rund 64:00 Minuten an. Dieses Tempo wäre gut, um einen Angriff auf den Streckenrekord zu starten. Die Bestmarke hält der Südafrikaner Lusapho April, der vor fünf Jahren mit 2:08:32 gewann. „Ich habe in den letzten drei Monaten sehr gut trainieren können“, sagte Gilbert Kirwa, der 2009 zunächst den Wien-Marathon gewann und dann auch in Frankfurt triumphierte. Am Main stellte er damals seine Bestzeit von 2:06:14 Stunden auf.
Bei den Frauen zeichnet sich ein Duell zwischen Agnes Kiprop und Fate Tola ab. Die Kenianerin ist mit einer Bestzeit von 2:23:54 Stunden die schnellste Läuferin auf der Startliste. „Am Sonntag möchte ich die erste Hälfte gerne in 1:13 Stunden laufen, um dann den Streckenrekord angreifen zu können“, sagte Agnes Kiprop. Die Kurs-Bestzeit der Ukrainerin Olena Burkovska steht seit 2013 bei 2:27:07.
Für Fate Tola geht es in erster Linie um den Sieg - zumal sie seit diesem Jahr für den Verein Hannover Athletics startet und damit zur Lokalmatadorin geworden ist. „Das Training in den letzten Wochen lief gut“, sagte Fate Tola, die erst gestern aus Addis Abeba von ihrem gut zweimonatigem Höhentraining zurückgekehrt ist. „Ich habe zwar eine leichte Erkältung, aber ich bin trotzdem zuversichtlich. Wenn alles gut läuft und es nicht zu warm wird, werde ich versuchen, auch den Streckenrekord zu brechen. Es ist ein Vorteil, dass die Streckenführung etwas geändert wurde und es weniger Kurven gibt“, erklärte Fate Tola, die eine Bestzeit von 2:25:14 hat.

Neues Halbmarathon-Duell Baar gegen Pfeiffer, Scherl fällt verletzt aus
Im Rahmen des HAJ Hannover-Marathons finden am Sonntag auch die Deutschen Meisterschaften über die Halbmarathondistanz statt. Bei den Männern kommt es dabei erneut zum Duell zwischen Titelverteidiger Philipp Baar (ART Düsseldorf) und Hendrik Pfeiffer (TV Wattenscheid). Überraschend hatte der Düsseldorfer vor einem Jahr gewonnen, allerdings war Pfeiffer nach einer langen Verletzungspause noch nicht wieder in entsprechender Form. Gespannt sein darf man am Sonntag zudem auf Steffen Uliczka (SG TSV Kronshagen/Kieler TB). Der frühere Hindernis-Spezialist läuft sein erstes großes Rennen seit dem Berlin-Marathon 2016, bei dem er seine Bestzeit von 2:15:02 Stunden erreichte.

Bei den Frauen fehlt neben der verletzten Titelverteidigerin Sabrina Mockenhaupt (LT Haspa Marathon Hamburg) nun auch die Vorjahres-Zweite Anja Scherl (LG Telis Finanz Regensburg). Beim Halbmarathon-WM-Rennen in Valencia, wo sie Rang 75 belegte, bekam Anja Scherl vor zwei Wochen ein Fußproblem, das zurzeit keinen Wettkampf zulässt. Fabienne Amrhein (MTG Mannheim), Franziska Schenk und Corinna Harrer scheinen die Favoritinnen zu sein, doch Insider trauen Miriam Dattke (alle LG Telis Finanz Regensburg) eine Überraschung zu.

Ausgewählte Marathon-Favoriten mit Bestzeiten

Männer:

Gilbert Kirwa KEN 2:06:14

Henryk Szost POL 2:07:39

Cheshari Jacob KEN 2:07:46

Duncan Koech KEN 2:07:53

Seboka Negussa Erre ETH 2:09:14

Michael Kunyuga KEN 2:10:43

Dejene Kelkilew Aga ETH 2:11:21

Justus Kiprotich KEN 2:11:38

Frauen:

Agnes Kiprop KEN 2:23:54

Fate Tola GER 2:25:14

Sechale Adugna ETH 2:26:27

Sifan Demise ETH 2:31:21

Olga Skrypak UKR 2:31:30


Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net