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11.04.2018

DM Halbmarathon Altersklassen Bericht Hannover

Deutsche Altersklassenbestleistung durch Sandra Morchner (PSV Grün-Weiß Kassel)

Zum zweiten Mal in Folge wurde im Rahmen des 28. HAJ Hannover Marathon die Deutsche Halbmarathon Meisterschaft in der niedersächsischen Landeshauptstadt von eichels: Event ausgerichtet. Teilnehmer und Zuschauer erlebten den ersten großen Leichtathletikhöhepunkt 2018 auf der Straße. Gut in das Gesamtkonzept Marathon eingebettet, standen die Halbmarathonis dank der TV-Liveübertragung des NDR voll im Mittelpunkt. Waren die Meldezahlen schon im Vorjahr mit über 700 Aktiven erfreulich, so wurde in diesem Jahr mit 951 Meldungen das Interesse der besten Deutschen noch einmal um mehr als 200 Sportler überboten. Das Konzept, die Meisterschaften in eine große Marathonveranstaltung zu integrieren, gilt als richtungsweisend für die Zukunft. Bleibt zu hoffen, dass die Ausdauersportler in den nächsten Jahren bei ihren Meisterschaften eine vergleichbare Bühne finden.

Insgesamt fanden sich 719 Läuferinnen und Läufer in der Ergebnisliste wieder.
Hiervon allein 514 Altersklassensportler in den Wertungsklassen M/W 35 bis M/W 80, auf die ich in den folgenden Zeilen näher eingehen werde.
Am 8. April waren acht Vorjahressieger am Start. Einigen gelang es ihren Titel zu verteidigen bzw. der erneute Sprung auf das Siegerpodest. In einigen Wertungsklassen konnten Sportler Titel und Medaillen gewinnen, die seither noch nicht so im Mittelpunkt bei Deutschen Meisterschaften standen.
Gerade in den Altersklassen der Männer ist in den letzten Jahren immer wieder auffallend, dass von Jahr zu Jahr neue Athleten nach vorne streben. Dieses macht den besonderen Reiz dieser Meisterschaften aus.
Für die AK Sportler ist eine Deutsche Halbmarathon Meisterschaft etwas Besonderes auf die sie sich in den Wintermonaten gezielt vorbereitet haben. Ein imposantes Bild bot sich am Start mit nahezu 10 000 Halbmarathonstartern bei anfänglichen 17 Grad Celius .
Hier ein "Streifzug" durch die Ergebnislisten der Altersklassen:

M/W 35
Seinen Titel aus dem Vorjahr konnte Andreas Straßner (ART Düsseldorf) in 1:08:07 Std. wieder souverän verteidigen. Vor Jahresfrist war er wohl um zwei Minuten schneller. Dennoch reichte es in der Hauptklassen Teamwertung zusammen mit seinen Teamkollegen Simon Baar und Paul Schmidt zum Titelgewinn.

Da die Freundin von Andreas Straßner, die Vorjahressiegerin Julia Galuschka, nicht am Start war, nutzte eine andere Hessin die Gunst der Stunde. Völlig überraschend ging der Sieg an Stephanie Weiß von der LG Wettenberg in 1:24:36 Std. Über Silber konnte sich Katharina Josenhans und über Bronze Dr. Patrice Löhr (TuS Deuz) freuen.

W/M 40
Im Vorfeld sprach die fünfache Deutsche Meisterin Susanne Hahn zwar von keinem Comeback. Doch was sie dann in 1:17:45 Std. auf die Straße zauberte war schon Extraklasse. Die dreifache Mama jubelte nach ihrem tollen Rennen und zeigte dem hannoverschen Publikum, dass sie es noch kann. Eine tolle Vorstellung von Susanne in der Stadt, in der sie als Susanne Ritter beim TK Hannover große Erfolge errang. Sie war zweimal bei Olympia und holte insgesamt in ihrer Karriere 13 DM-Medaillen. Rang Zwei ging an Christl Dörschel (SG Wenden), die in 1:21:35 Std. wieder einmal eine solide Leistung lieferte. Das Podium vervollständigte die Münchnerin Yvonne Kleiner in 1:22:24 Std.. Der Ingenieur aus Wolfsburg, Valentin Harwardt, verteidigte ebenfalls seinen Titel. In 1:07:52 Std. war er wesentlich schneller als im Jahr 2017. Auf dem zweiten Rang zeigte sich der Hamburger Bekakcha Mourad in 1:12:11 Std., der vor Sven Serke (LSF Münster) vor dem Rathaus einlief.

W/M 45
Die wohl wertvollste Leistung in der Altersklasse lieferte in der AK W 45 die "spätberufene" Sandra Morchner von der Nordseeinsel Sylt ab. Sie verteidigte nicht nur ihren Titel sondern erzielte in 1:18:36 Std. eine neue Senioren-Bestleistung in der W 45. Sie unterbot die seitherige Bestzeit von Petra Maak um 9 Sekunden.
Somit scheint sie bestens gerüstet für die in drei Wochen stattfindende Deutsche Marathon Meisterschaft in Düsseldorf. Auch hier gilt sie in ihrer AK als Favoritin mit Aussichten auch die bestehende Bestleistung von 2:47 unterbieten zu können.
Die Vizemeisterschaft erlief sich Constanze Boldt (SWC Regensburg), die sich nach ihrer Verletzung im Vorjahr mit einer Silbermedaille belohnte. Die Drittplatzierte Martina Boe-Lange läuft seit Jugendjahren und erzielte immer wieder gute nationale Ergebnisse. So auch in Hannover, als sie als Dritte nach 1:26:24 Std. einlief.
Deutscher Meister im Marathon war er 2017. Auch in Hannover war Jörg Heiner (SG Wenden) nicht zu schlagen. Mit 1:11:44 Std. hielt er Marco Schwab (PSV Grün-Weiß) Kassel sicher auf Abstand. Manuel Skopnik (TV Refrath) folgte ihm nach 1:18:33 Std. auf Rang drei.

W/M 50
Auch sie hatte ich in meinem Vorbericht im Focus. Die Mittelfränkin Christine Ramsauer (LAC Quelle Fürth) hat, wie der gleichaltrige Medaillengewinner bei den Männern, ebenfalls schon ein langes Läuferinnenleben in den Beinen. Sie war an diesem Tag an der Leine die Beste der W 50 und holte den Titel mit 1:28:04 Std. nach Nürnberg. Hinter ihr landete mit Amanda Reiter (PTSV Rosenheim) eine weitere Athletin des bayrischen Leichtathletikverbandes in 1:28:56 Std. vor Claudia Mordas (TUSEM Essen), die sich über ihre erste DM-Medaille freuen durfte.
In dieser Altersklasse wurden die Karten in diesem Jahr neu gemischt. Einige Topathleten aus den Vorjahren fehlten aus den unterschiedlichsten Gründen. Dies nutzte Miguel Molero-Eichwein (Spiridon Schleswig) in guten 1:12:32 eiskalt. Auf Platz zwei kam Marcus Imbsweiler (TSG Heidelberg) in 1:15:45 Std. vor Fabia Lafrenz (LG Neckar-Enz), der 1:16:05 Std. benötigte.

W/M 55
Toll die Vorstellung von Alexandra Schwartze (OSC Waldniel). Sie siegte in guten 1:28:43 Std. vor Julika Fidjeland (PTSV Rosenheim) und der stets zuverlässigen Sybille Möllensip (SUS Schalke 96).
Längere Zeit war er verletzt. Danach lief es nicht so, wie er wollte. Die Rede ist von dem neuen Deutschen Halbmarathonmeister in der AK 55, Haki Quahione (LG Wettenberg). Der Vereinswechsel von Marburg in den Gießener Raum hat ihm scheinbar gut getan. Mit über zwei Minuten Vorsprung siegte er in 1:17: 34 Std. vor dem im Vorfeld höher gehandelten Roland Geissler (Lausitzer Sportevents e.V.) und dem Deutschen Marathonmeister des Jahres 2017, Daniel Ghebreselasie (PSV grün-Weiß Kassel).

M/W 60
Christine Sachs im Trikot der LG Mettenheim beherrscht seit Jahren sowohl im Marathon als auch über die Halbdistanz die Deutschen Meisterschaften. Auch in Hannover ließ sie sich die Butter nicht vom Brot nehmen. Mit einer Endzeit von 1:34:03 Std. verteidigte sie ihren Titel vor eine stark laufenden Conny Wagner (LC Diabü Eschenburg). Knapp dahinter Antje Wietscher (TV Refrath).
Zwei Ebershausener machten an diesem Tag den kleinen Ort im Württembergischen deutschlandweit mit ihrem Doppelsieg in der AK M 60 bekannt. Hans Hörmann siegte in tollen 1:20:42 Std. vor seinem Teamkameraden Engelbert Walter, der 1:26 Std. benötigte. Bronze ging an Jörg Dietrich von der LC Warndt, der seine erste DM-Medaille gewann.

M/W 65
Hier machten zwei sehr erfahrene Damen den Sieg unter sich aus. Letztendlich hatte Margret Göttnauer (LG Baden Soden/Sulbach/Neuenhain) in 1:47:05 Std. die Nase klar vorn vor Gudrun Vogl (Spvgg. Renningen) und Ingrid Heger von der LG Kreis Verden.
Endlich hatte es wieder einmal beim Cöthener Egbert Zabel gepasst. Nachdem er in Frankfurt bei Marathon das Podium verpasst hatte, ließ er seinen Gegnern keine Chance. Deutlich sein Sieg in 1:24:57 Std.. Er scheint bestens gerüstet für die Marathon-DM in drei Wochen in Düsseldorf.
Ihm folgten Günther Lippold (LG Filder) in 1:31:36 Std. vor Reiner Vemmer (LC Solbad Ravensburg), der 1:33.50 Std. benötigte.

M/W 70
Nachdem Sigrid Vogler vom SC Kemmern bereits den Cross-Titel gewann, konnte sie sich über ihre erste Deutsche Halbmarathon-Meisterschaft besonders freuen. Der Schützling von Klaus Geuß teilte sich das Rennen gut ein und siegte in 2:01.12 Std. vor Maria-Luise Kluge (LAC Langenhagen) und der letztjährigen Deutschen Marathonmeisterin Ulrike Pithan (TuS Deuz).
Ein spannendes Finale boten sich in der AK 70 Jürgen Graeber (SuS Oberaden), Walter K. Johnen (LAV Stadtwerke Tübingen) und Harald Dittberner. Im Ziel war Jürgen in 1:39:16 Std. lediglich 13 Sekunden vor seinen Kontrahenten Walter, der zeitgleich Harald Dittberner (LG Buntentor Roadrunners Bremen) auf den dritten Rang verweisen konnte.

M/W 75
In der ältesten Frauenklasse siegte Renate Hofmann vom 1. WV Wunstorf in 2:09:23. Hut ab vor dieser Leistung!
Als Gewinner und neuer Seniorenbester konnte sich der mehrfache Deutsche Meister Joachim Strube (LG Lage-Detmold-Bad Salzuflen) feiern lassen. Siegfried Kalweit (TSV Viktoria Mühlheim) und Werner Stöcker (LG Wittgenstein) kamen als Zweit-, und Drittplatzierte ebenfalls aufs "Stockerl".

M 80
Auf den ersten Blick sieht der tolle Sieg von Fokke Kramer (Bosauer SV) wie eine faustdicke Überraschung aus. Der Favorit Clemens Wittig (LC Rapid Dortmund) zog im Vorfeld eine Absage in Folge einer bei den Senioren Hallen Europameisterschaft erlittenen Verletzung in Betracht. Dann stand er dennoch an der Startlinie und musste letztendlich einsehen, dass Fokke an diesem Tag der Bessere war. Der Bosauer siegte in sehr guten 1:44:32 Std. Rang zwei erlief sich unter Schmerzen Clemens Wittig und Ulrich Heise (DJK Elmar Kohlscheid). Wittig hofft nun bis Düsseldorf wieder fit zu werden und dort seinen 45. DM-Titel gewinnen zu können.